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Den Blick für das Schöne der Natur schärfen

aus: AZ Landskrone vom 11. August 2008

von: Carina Rühl

 

 



Die Dahlheimer Kinder lernten beim Naturerlebnistag des BUND auch mit Schmetterlingsnetzen umzugehen. (Foto:hbz/Judith Wallerius)

BUND-Umweltpädagogin macht Kinder in Dahlheim zu Entdeckern von Fauna und Flora

DAHLHEIM "Eine Libelle, da ist eine rote Libelle", ruft Franziska aufgeregt. Eigentlich geht es ja darum, Dinge aufzuspüren, die nicht hierher gehören. Und eine Libelle hat die Elfjährige in ihrem Forscherdrang garantiert schon öfter im Garten ihrer Eltern entdeckt.
Trotzdem macht es ihr immer wieder Spaß, auf Entdeckungsreise zu gehen. Und beim Naturerlebnistag sind außer ihr noch eine ganze Reihe anderer Kinder auf der Suche. Aus allen Ecken des verwilderten Freizeitparadieses kommen die Forscher angerannt. Stolz zeigen sie Annette Nacke ihre Fundsachen. Ein Blechherz, Muscheln, aber auch eine wunderschöne Fasanenfeder ist zum Vorschein gekommen.
"Wenn sich die Kinder auf die Suche machen, entdecken sie nicht nur das, was ich versteckt habe", weiß Nacke. Aber auch genau das ist auch Ziel der Aktion: der Blick für das Schöne der Natur schärfen.

Die Umweltpädagogin vom Bund für Umwelt und Natur Deutschland (BUND) war von der Elterninitiative Dalheim angesprochen worden, diesen Nachmittag im Zeichen der Natur zu gestalten. Es ist ein Naturerlebnistag aus der Reihe "Regenwürmer beißen nicht", den der BUND für Kindergärten und Grundschulen kostenlos anbietet. Nachdem Annette Nacke im letzten Jahr mit den Kindergartenkindern in der Natur unterwegs war, wollten die Eltern dieses Abenteuer nun auch den älteren Kindern bieten. "Heute tasten wir uns erst einmal vor, mal sehen, welchen Anklang so ein Nachmittag findet", erklärt der Erste Vorsitzende der Elterninitiative, Steffen Imruck. Im kommenden Jahr sollen mehrere Veranstaltungen dieser Art durchgeführt werden. "Gleiche Gruppe, gleicher Ort - nur zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Da verändert sich ja einiges auf dem Grundstück", plant Imruck.

Imrucks Garten liegt mitten in den Weinbergen und ist für Tiere ein wahres Paradies. "Hier ist die Natur noch voll intakt", schwärmt Annette Nacke. "Es gibt ein Feuchtbiotop, ideal für Molche, hinten ist Totholz, dort habe ich etliche verschiedene Spinnenarten entdeckt. Als ich heute hier angekommen bin, habe ich Hasen, Rehe, Fasane und Igel überrascht", beschreibt Nacke das Grundstück. Im Vorfeld hat sie sich mit Imruck drei verschiedene Grundstücke angeschaut. Das Freizeitparadies der Familie hat ihr aber am besten gefallen.

Auch die jungen Entdecker sind begeistert. Sie scharen sich um die BUND-Pädagogin, die mit ihnen zusammen die Plastikspinnen zählt. "Ihr habt alle gefunden, aber habt ihr auch die lebendigen Tiere dort gesehen?" Nur wenige Minuten später haben die Kinder zehn Weinbergschnecken zusammengetragen. Bis zu zehn Jahre alt können die Tiere werden. Aber wegen der häufig eingesetzten Spritzmittel bereits vom Aussterben bedroht. Vorsichtig befühlen die Kinder die Schneckenhäuser, betrachten das Atemloch an der Unterseite und setzen die Tiere dann wieder vorsichtig ins Gebüsch zurück.

Nicht nur Schnecken, auch Schmetterlinge und Grashüpfer werden noch gefangen. Mit Fangnetzen und Becherlupen, damit die jungen Forscher sich die Tiere aus der Nähe anschauen können. So erleben die Kinder die Fauna und Flora direkt vor ihrer Haustür ganz neu. "Wenn sie das nächste Mal alleine unterwegs sind, fällt ihnen viel mehr auf", erklärt Nacke das Ziel ihrer Nachmittage.






Mach mit!; Her mit den Mäusen

Titelseite des Jahresberichtes 2007, Libelle als Titelbild

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